Sure At-Taghabun, „Der gegenseitige Betrug“, ist die vierundsechzigste Sure — 18 Verse, als medinensisch eingestuft.1 Ihr Name bezeichnet den Tag, den sie beschreibt: „Am Tag, da Er euch zum Tag der Versammlung versammeln wird. Das ist der Tag der Übervorteilung“, an dem jeder Mensch erfährt, was er tatsächlich gewonnen und verloren hat.
Worum es geht
Die Sure erinnert ihre Hörer daran, dass Allah sie erschaffen hat: „So gibt es unter euch Ungläubige und gibt es unter euch Gläubige“, dass Er sie „gestaltet, und da(bei) eure Gestalten schön gemacht“ hat und dass Er weiß, „was ihr geheimhaltet und was ihr offenlegt“.2 Am Tag der Versammlung wird der Gläubige, der Rechtschaffenes tat, ins Paradies eingehen, der Leugner ins Feuer. Bis dahin gilt: „Kein Unglück trifft (jemanden), außer mit Allahs Erlaubnis. Und wer an Allah glaubt, dessen Herz leitet Er recht.“3
Ihre Schlussverse wenden sich den Prüfungen zu, die dem eigenen Haus am nächsten sind: „unter euren Gattinnen und euren Kindern gibt es welche, die euch feind sind; so seht euch vor ihnen vor. Wenn ihr aber verzeiht, nachsichtig seid und vergebt - gewiß, so ist Allah Allvergebend und Barmherzig.“ Und: „Euer Besitz und eure Kinder sind nur eine Versuchung“ ... „Daher fürchtet Allah, soweit ihr könnt. Und hört zu und gehorcht und gebt Gutes für euch selbst aus.“4
Warum sie wichtig ist
At-Taghabun rückt den Maßstab für Erfolg zurecht: Was wirklich Gewinn oder Verlust ist, zeigt sich erst am Jüngsten Tag. Ihr Versprechen, dass Allah das Herz dessen rechtleitet, der glaubt, wenn ihn ein Unglück trifft, und ihr nüchternes Gebot, Allah zu fürchten, „soweit ihr könnt“, machen sie zu einer Sure des Trostes ebenso wie der Warnung; und ihre Worte über die Familie erkennen an, dass die Liebe zu Gattinnen und Kindern selbst zu einer Prüfung werden kann. Um At-Taghabun auf Arabisch mit Übersetzungen und Rezitation zu lesen, öffne sie auf Quran.com.