Der Glaube an den Jüngsten Tag — den Tag des Gerichts und das kommende Leben (al-akhirah) — ist einer der sechs Glaubensgrundsätze. Er verleiht diesem Leben sein moralisches Gewicht: Jeder Mensch wird eines Tages vor Gott stehen und Rechenschaft darüber ablegen, wie er gelebt hat.567
Auferstehung
Muslime glauben, dass die gegenwärtige Welt enden wird und dass Gott die Toten wieder zum Leben erwecken wird:
"Und (wisset,) daß die Stunde kommt - darüber gibt es keinen Zweifel - und daß Allah (all) diejenigen auferwecken wird, die in den Gräbern sind."
— Quran 22:7 (Bubenheim & Elyas)1
Gericht nach den Taten
An jenem Tag werden die Taten mit vollkommener Gerechtigkeit gewogen — nichts Gutes oder Böses wird übersehen:
"Und Wir stellen die gerechten Waagen für den Tag der Auferstehung auf. So wird keiner Seele um irgend etwas Unrecht zugefügt; und wäre es auch das Gewicht eines Senfkorns, Wir bringen es bei."
— Quran 21:47 (Bubenheim & Elyas)2
"Wer nun im Gewicht eines Stäubchens Gutes tut, wird es sehen. Und wer im Gewicht eines Stäubchens Böses tut, wird es sehen."
— Quran 99:7-8 (Bubenheim & Elyas)3
Paradies und Hölle
Das Ergebnis des Gerichts ist entweder Belohnung im Paradies (Jannah) oder Bestrafung in der Hölle (Jahannam). Der Quran beschreibt das Paradies in Begriffen dauerhaften Friedens und Freude:
"Und verkünde denen, die glauben und rechtschaffene Werke tun, (die frohe Botschaft,) daß ihnen Gärten zuteil werden, durcheilt von Bächen."
— Quran 2:25 (Bubenheim & Elyas)4
Kurz gesagt
Der Islam lehrt, dass der Tod nicht das Ende ist. Alle Menschen werden auferweckt und gerichtet von Gott nach ihren Taten, wobei sie im kommenden Leben Belohnung oder Bestrafung erwarten — ein Glaube, der prägt, wie ein Muslim zum Leben jedes einzelnen Tages aufgerufen ist.